new Normal, new Work – was genau ist das eigentlich?

Fragt man Kinder, was sie werden wollen, wenn sie groß sind, geben sie niemals Antworten wie „Ich will mal am Fließband arbeiten!” oder „Ich möchte Prozessmanager/in werden“.

Berufliche und private Selbstverwirklichung, Freiräume und Verantwortung – an diesem Punkt setzt das Konzept von New Work an. Und das klingt doch erst einmal sehr positiv oder nicht? Der Sinn hinter dem New-Work-System liegt vor Allem darin sich von den strengen Arbeitsteilungen und Lohnarbeiten zu entfernen und alles darauf zu setzen, aus fester Überzeugung das zu tun was man wirklich möchte. Hierbei geht es nicht um das große Geld, welches man verdienen möchte – sondern um die Freiheit sich seine Arbeitszeit und die eigene persönliche sowie berufliche Weiterentwicklung selbst zu gestalten. Haben Sie schon mal was von einer 4-Tage-Woche, einem 6-Stunden-Tag oder Jobsharing gehört? Alles Möglichkeiten des New-Work-Modelles.

Mehr Zeit für die eigene Freizeitgestaltung, Hobbys, Sport und soziale Kontakte. Gerade bei Berufen, welche sowohl physisch als auch psychisch belastend sind, soll durch eine verkürzte Arbeitszeit für Entlastung gesorgt werden. Es geht um ein neues Verständnis von Arbeitsorganisation – egal ob es sich hierbei um das Gründen von Projekt Arbeiten in sogenannten „Mixed Teams“ oder um das Teilen eines Vollzeitjobs von zwei Teilzeitkräften handelt. Sie alle verfolgen dasselbe Ziel: Kreativität, Produktivität und Innovation steigern und gleichzeitig selbstständiger, freier und mit mehr Spaß an der Arbeit teilnehmen. Denn Überzeugung und Spaß an der Arbeit regen im besten Fall die Kreativität an – davon profitiert auch jedes Unternehmen.

 

Lange Arbeitszeiten gleich viel Stress, kurze Arbeitszeiten gleich viel Entspannung?

Wohl kaum. Das diese Arbeitsmodelle viele Vorteile mit sich bringen, dürfte klar sein, denn mehr Zeit und Freiraum für sich, seine Termine und seine Familie zu haben ist immer schon mal ein großer Pluspunkt. Was sich aber im ersten Moment so super anhört bringt auch Nachteile mit sich, denn man darf nicht vergessen, dass auch die offenen Aufgaben in kürzerer Zeit erledigt werden müssen oder Aufträge bis Montag liegen bleiben könnten. Gerade letzteres ist den meisten Arbeitgebern ein großer Dorn im Auge. Vor Allem bei einem 6-Stunden-Tag muss fokussierter gearbeitet werden, damit das Konzept aufgeht. Aber egal ob sechs Stunden Multitasking ohne Pause oder acht lange Stunden am Tag: wenn die Belastung zu hoch ist, kann auch eine verringerte Arbeitszeit nicht vor Burnout und Co. schützen.

Über Folgendes sollte man sich also im Vorfeld bewusst werden:

  • Muss ich in meinem Job acht Stunden am Tag erreichbar sein?
  • Kann ich mit weniger Gehalt auskommen?
  • Ist es möglich, dass meine Ziele und Aufgaben an die reduzierte Zeit angepasst werden?

 

New Work als Win-Win-Situation für Arbeitgeber und Arbeitnehmer sehen?

Gerade in Zeiten, in denen das mobile Arbeiten einen immer größer werdenden Stellenwert einnimmt, wird auch das Modell von New Work immer bedeutender. Gute Fachkräfte, zum Beispiel der Generation Y, lassen sich heute nicht mehr nur durch Geld und Status ködern. Sie zu rekrutieren wird zur zentralen Aufgabe und Herausforderung von Unternehmen. Menschen wollen sich heute ständig weiterentwickeln können. Arbeitgeber, die sowohl einen flexibleren als auch digital strukturierteren Arbeitsplatz bieten können, sind für Bewerber deutlich attraktiver. Richtig umgesetzt stellt New Work also definitiv eine Win-Win-Situation für Unternehmen und Arbeitnehmer dar.

Vor Allem das Jobsharing bietet große Vorteile für beide Seiten. Mitarbeiter haben die Möglichkeit die Aufgaben und die dementsprechende Verantwortung selbstständig untereinander aufzuteilen, ohne mit der Karriere auf der Strecke zu bleiben. Hier bietet sich die große Möglichkeit Karriere und Familie unter einen Hut zu bekommen. Für den Arbeitgeber bedeutet dies: Doppelte Kompetenz, doppelte Kreativität und im Optimalfall die gegenseitige Ergänzung von Stärken und Schwächen. Außerdem könnten längere Ausfälle im Unternehmen besser aufgefangen werden, da der Partner den anderen sofort ersetzen kann und über alle Tätigkeiten im Bilde ist.

Das solche Konzepte bereits aufgehen können zeigen ein paar schwedische und ein deutsches Unternehmen bereits. Dies setzte zwar eine ordentliche Prozessoptimierung voraus, bewies sich aber durch durchstrukturierte Tage, zufriedenere und sich fitter fühlende Mitarbeiter und vor Allem einem gesteigerten Umsatz. Weniger krankheitsbedingte Fehltage und eine steigende Produktivität waren der Grund.

 

Wie sieht es bei Ihnen aus? Können Sie sich vorstellen, dass solche Konzepte in Ihrem Unternehmen aufgehen und funktionieren könnten?


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