Die Geschichte des Schreibtisches – Ein Klassiker mit Ursprung in der Antike

Die Idee war eigentlich ganz einfach: eine Holzplatte mit vier Beinen und fertig war der klassische Schreibtisch. Früher mussten viele jedoch ohne ihn auskommen. Die ersten Möbelstücke, die an unseren Schreibtisch erinnern, finden sich bereits in Texten aus der griechischen Antike. Genauer gesagt ist dort von einem pluteus (dt. Schutzwand, Brett) die Rede. So wurden zu Beginn einfache Bretter als Schreibunterlage auf die Knie gelegt.

Im Stehen arbeiten: keine Erfindung der Neuzeit

Seinen Ursprung hat der Schreibtisch  im 17. Jahrhundert. Nachdem Gelehrte sich mit Schreibbrettern, welche gerade einmal Platz genug für Tintenfass, Feder und Papier baten, zufriedengeben mussten, wurde mit der Zeit eine Holzplatte mit Gestell darunter entwickelt. Für den privaten Gebrauch gab es die wohl bekannteste Variation – den Sekretär. Für sogenannte „Kontor Büros“ wurden Stehpulte bevorzugt. Das Arbeiten im Stehen ist somit keine Erfindung der Neuzeit und wurde schon damals gerne genutzt.

Der „Bureau plat“

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurde der „Bureau plat“ entwickelt. Nur vereinzelnd verfügten wohlhabende Leute wie z. B. Dichter, Wissenschaftler und berühmte Philosophen über diese Form des Schreibtisches, welcher ausnahmslos aus edelstem Massivholz gefertigt und mitunter aufwendig mit Porzellan oder Schildpatt verziert wurde. Gerade heute sind sie die wertvollsten Schreibtische aller Zeiten. Später im 18. Jahrhundert gab es dann den Zylinderbureau. Dieser erlaubte es seinen Besitzern die Schreibtischplatte verbergen zu lassen, ohne sie vorher aufräumen zu müssen. Dafür wurde einfach ein Halb- oder Viertelkreis geführter Rollladen vor die Fächer und Schübe geschoben.

Das Wort „Büro“

 Das Wort „Büro“ stammt übrigens von dem französischen Wort „bureau“. Dieses leitet sich wiederum von dem Wort „bure“ ab. Damit ist der Filz gemeint, der früher auf den Schreibtischplatten zu finden war und die Funktion hatte, die Tischplatte zu schonen und die Handgelenke zu wärmen.

Seit den 1960er Jahren wurden zunehmend robuste Kunststoffoberflächen genutzt, welche einer Holzhaptik täuschend nah kommen. Je nach Anforderungen werden Stahl, Aluminium und Holz als Komponenten verwendet. Holz wird dabei in Form von Holzfaserplatten oder Sperrholzplatten genutzt, welche eine Melaminharzbeschichtung oder andere Veredelungen haben. Sie bieten eine viel bessere Haltbarkeit, Kratzfestigkeit und vor Allem auch eine leichtere Pflege.

Der moderne Schreibtisch

Bis heute hat sich vieles an Optik und Funktionalität verändert. Was früher mehr ein schmückender Einrichtungsgegenstand war mit dem Motto „mehr ist mehr“, ist heute ein zentraler Bestandteil der Arbeit geworden. Mit einem schlichten Design, vorteilhaften Eigenschaften, wie Stabilität und einem positiven Effekt auf die Gesundheit. Aus medizinischer Sicht sollten Schreibtischplatten matt braun, beige oder grau sein. Diese Farben schonen die Augen, da sie keine harten Kontraste bilden oder Spiegelungen hervorrufen.

Der Schreibtisch von heute bietet aber vor Allem eins: Platz. Ein Büro ohne ihn? Unvorstellbar.

Der Wandel durch Ergonomie und Digitalisierung

Mit dem Einzug des Computers in den Büro- und Privatalltag mussten die Arbeitsplätze neuen Herausforderungen trotzen. Während der konstanten Weiterentwicklung sind zunehmend ergonomische Faktoren und Anforderungen dazu gekommen, um den Büroalltag und das damit verbundene lange Sitzen und Arbeiten zu erleichtern. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) rät, dass:

  • Die Mindestplattengröße sollte 80 cmm x 160 cm betragen
  • Die Höhe sollte das Mindestmaß von 72 cm nicht unterschreiten
  • Eine ausreichende Beinfreiheit sollte vorausgesetzt sein

Durch sie soll ein effektives und gleichzeitig gesundheitsschonendes Arbeiten ermöglicht werden. Je einfacher sich ein Schreibtisch in der Höhe verstellen lässt, desto angenehmer lassen sich für unterschiedliche Tätigkeiten unterschiedliche Haltungen einnehmen. Arbeitsmedizinische Studien[1] ergeben immer wieder, wie sich der Wechsel zwischen Sitzen und Stehen positiv auf unsere Gesundheit auswirkt. Sowohl unsere Leistungsfähigkeit als auch unser Wohlbefinden steigt.

[1]  https://www.welt.de/gesundheit/article182073140/Stehtische-So-gesund-ist-der-Wechsel-zwischen-Sitzen-und-Stehen.html


Was This Post Helpful:

0 votes, 0 avg. rating

Leave a Comment