Diagnose „Großraumbüro“: Wenn der Lärm Mitarbeiter krank macht

Lärm verursacht Stress. Ob Spaßmacher, Lauttelefonierer und Datingprofis, die die ganze Abteilung unterhalten – das kann ablenken und die Konzentration massiv stören. Gerade bei der Arbeit im Büro, wo Konzentration und mitunter eine hohe Aufmerksamkeit gefragt sind, leiden Mitarbeiter oft unter akustischen Störungen. Dies gilt verstärkt für Großraumbüros, denn insbesondere hier muss man gegen die Hintergrundgeräusche arbeiten. 23 min kann es dauern, bis man sich nach einer Ablenkung wieder konzentrieren kann.[1] Und das kostet wertvolle Energie.

  • Ermüdungserscheinungen
  • sinkende Konzentration
  • Beeinträchtigung des Leistungsvermögens
  • Kopfschmerzen
  • Aggressivität
  • und eine Störung des Schlafs

sind oftmals die Folgen. Je „angeschlagener“ ein Mitarbeiter ist, desto schwerer wird es ihm fallen, die Hintergrundgeräusche auszublenden. Die Leistungsfähigkeit sinkt um fünf bis zehn Prozent. Und das obwohl der Geräuschpegel aufgrund der immer leiser werdenden Computer und Druckern geringer wird.

Doch was ist dann der Auslöser?

Mit ein Grund ist die immer anspruchsvoller werdende geistige Büroarbeit. Sprich, das Kurzzeitgedächtnis wird besonders beansprucht und man muss sich mehr konzentrieren. Doch hier ist ein Großraumbüro das ausschlaggebende Problem. Kaum zu vermeiden aber die größten Störfaktoren sind vor Allem Unterhaltungen und Gerede im Hintergrund, denn daran kann sich der Mensch laut einer Studie der IBA-Fachschrift nicht gewöhnen.

Ein weiterer Trend ist das Minimalisieren der Arbeitsplätze. Wo einst ein Platz von 12 m² geschaffen werden musste „reicht“ heute ein Platz von 8 m². Das lässt nicht vermeiden, dass man die Telefonate und Gespräche seiner Sitznachbarn lauter und intensiver mitbekommt. Dem Gehirn fällt es so schon schwer genug wegzuhören, da es immer nach Vervollständigung des Dialogs sucht.  „Eine Verdoppelung des Abstands bedeutet eine Halbierung des Schalls“, sagt Arbeitsmediziner Wolfgang Panter.[3] Aber auch die maximale Lautstärke wurde gedrosselt. Früher durfte eine Grenze von 55 dB nicht überschritten werden. Doch dieses wurde nun von der Verordnung für Arbeitsstätten abgeschafft, da Lärm so individuell und unterschiedlich empfunden werden kann.

Was können wir dagegen unternehmen?

Raumteiler aufstellen

Möbel wie Aktenschränke, Bücherwände, Regale oder sogar spezielle Akustik-Stellwände können helfen, den Schall deutlich zu mindern. Sie reduzieren nicht nur die Lautstärke, sondern teilen die Arbeitsplätze auch optisch ab. Das senkt ebenfalls die Ablenkung durch optische Reize.

Abstand zwischen Arbeitsplätzen schaffen

Je mehr Platz zwischen den einzelnen Arbeitsplätzen geschaffen werden kann, desto schwächer ist der Schall, der beim Sitznachbar ankommt. Kollegen die viel miteinander kommunizieren sollten jedoch dichter bei einander sitzen, um so andere Kollegen so wenig wie möglich am Gespräch teilhaben zu lassen und zu stören.

Büroraum in Zonen aufteilen

Meetings, Telefonkonferenzen oder Tätigkeiten, die eine sehr hohe Konzentration erfordern, sollten in spezielle bzw. gesonderte Räume verlegt werden. Sowas können Kommunikations-, Denk- oder Ruheräume sein, welche besonders lärmgeschützt sind.

Laute Bürogeräte entfernen

Die Drucker und Kopierer werden zwar immer leiser, dennoch kann es schon helfen ältere Geräte in einen separaten Raum zu stellen.

Lärmdämpfende Raummaterialien verwenden

Materialien wie z. B. geeignete Bodenbelege oder Teppichböden können helfen den Schall zu schlucken bzw. helfen, dass der Schall nicht reflektiert wird [auch Läufer zwischen den Schreibtischen erfüllen da schon ihren Zweck!]. Aufpassen sollte man auch beim Möbelkauf, denn Oberflächen wie Holz oder Kunststoffe eignen sich besser als Glas, Keramik oder Stahl.

Wie wäre es mit akustischen Wandbildern oder Deckensegeln? Filzpaneele, Akustikbilder und Deckenmontagen können durch individuelle Designs nicht nur gut aussehen, sondern, an den richtigen Stellen angebracht, auch die problematischen tieferen Sequenzen und lautere Telefongespräche direkt abfangen und ausgleichen. Beispielhaft dafür sind z. B. die Disc oder die Terio Plus von Palmberg. Diese sind speziell auf den menschlichen Stimmenbereich abgestimmt und in Kombination sehr stilvoll.

 

  • [1] Artikel Business User, 13.11.2018
  • [2] https://iba.online/raeume-gestalten/akustik/laerm
  • [3] https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/laerm-am-arbeitsplatz-laute-grossraumbueros-verursachen-stress-a-966676.html

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